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François Perrodin
26. November 2005 bis 25. Januar 2006
 












Mit der aktuellen Ausstellung von François Perrodin widmet die Galerie m dem Werk des Künstlers zum dritten Mal eine Einzelausstellung.

Bereits in frühen Werkgruppen thematisiert François Perrodin proportionale Beziehungen, Serialität und Variabilität, Geometrie und Asymmetrie. Dabei basiert die formale Vielfalt seiner Objekte und Objektgruppen auf einer systematischen Grundidee, der klare, mathematischen Regeln zugrunde liegen. Seine Arbeiten kreisen um einen konzeptionellen Kern und nähern sich diesem Serie für Serie und Werk für Werk auf eine andere Art und Weise, präzisieren ihn durch eine jeweils eigene Methode.

So entstehen seit über 30 Jahren die seriell angeordneten, rückseitig monochrom schwarz bemalten und gerahmten Glasflächen, ausgehend von der strukturellen Auseinandersetzung mit Rahmen und Bildfläche. Die „Rahmen“ sind bei Perrodin Teil des Bildobjektes, während die Bildflächen selbst kein gemaltes Abbild zeigen, sondern zu Spiegeln werden – zu Spiegelbildern des Raumes und des Betrachters aber auch des Lichts. Sie reflektieren nicht nur die Grundstrukturen dessen, was unsere Kultur im traditionellen Sinne als Bild definiert (gerahmte Bildfläche), sondern sind auch Reflex des Betrachters und dessen Wahrnehmung.

Gleichzeitig ist auch die „Farbe“ entscheidender Teil der Werke. Die dem Farbprogramm Perrodins entstammenden beiden Schwarztönen, nämlich grau-schwarz und grün-schwarz, rahmen die schwarz hintermalten Glasflächen ein, während diese je nach Lichteinfall alle Changierungen von Schwarz, Anthrazit, Grau bis lichtgrau widerspiegeln. Gleichzeitig ermöglichen die beiden Farbtöne innerhalb eines seriellen Werkes eine Strukturierung - z.B. in der Diagonalen - wodurch sich ein Muster ergibt, welches über das Werk hinausweist.

Dieser Werkgruppe der gerahmten Bildflächen steht die Serie der „Kuben“ gegenüber, in der gestufte, konkav oder konvex ausgeschnittene Objekte zueinander in Beziehung gesetzt werden. Wie in einem Puzzle versucht der Betrachter die einzelnen Formen zusammen zu fügen und das passende Gegenstück zu finden. Da die ausgestellte neunteilige Arbeit jedoch nur einen Ausschnitt aus den 300 möglichen Varianten zeigt, und zudem nicht auf Symmetrie sondern auf Asymmetrie angelegt ist, kann dieser Versuch nur erfolglos bleiben.

François Perrodin geht es um die Frage wie Realität aus unserem Sehen heraus entsteht, aus einem Blick, der von unserem Verstand, von Erinnerungen, von Wahrnehmungsgewohnheiten geprägt ist. Wahrnehmungsgewohnheiten, die bei den Werken von Perrodin automatisch dem Reflex der Harmonisierung folgen, die die unsymmetrischen Aspekte seiner Werke in eine symmetrische Harmonie zu bringen versuchen. Die einzelnen Werke reagieren immer jeweils aufeinander, auf den jeweiligen Raum und auf den Betrachter. Indem sie jeweils in dessen Wahrnehmung neu entstehen, ist die Befragung der Realität und ihre Konstituierung in der Wahrnehmung entscheidend für das Werk Perrodins.

Neben der strengen Formalisierung und präzisen Definition der Objekte ist Perrodins Gebrauch der Farbe ebenso von Bedeutung. Seine Grau-, Grün-, oder Schwarz-Töne bewegen sich jeweils an der Grenze dessen, was sie sind, erzeugen eine undurchdringliche schwarze Tiefe, schlucken oder reflektieren das Licht. Farbe im Sinne Perrodins leitet sich aus Schwarz und der Addition von Weiß ab. Dies geschieht auf der Basis eines vor 30 Jahren festgelegten Systems, wobei die Zufügung von Farbe einen weiteren Schritt bedeutet.