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Thomas Florschuetz
26. August bis 19. November 2005
 


o.T., (Treppe) #09, # 08, 2003/04
o.T., (gelbe Decke) #01, 04, 2003/05
C-print auf Acryl
183 x 124 cm



Thomas Florschuetz vor seiner Arbeit
o.T., (Belgravia), # 04, 2005

Seit dem 25. August 2005 ist in der Galerie m Bochum die aktuelle Ausstellung mit Arbeiten von Thomas Florschuetz zu sehen. Reich und vielfältig ist das Repertoire der Motive des 1957 in Zwickau geborenen Fotografen, dessen Werk die Galerie m seit vielen Jahren vertritt und nun zum wiederholten Male ausstellt.

Nach fragmenthaften Aufnahmen seines eigenen Körpers aus den 80er und 90er Jahren, den Plexus-Bildern aus der Mitte der 90er Jahre, in denen Thomas Florschuetz Körperteile im Effekt von Röntgenaufnahmen durchleuchtet, nach den darauf folgenden Blumenstücken, Wolken-, Vorhang- und Fensterbildern zeigt die Galerie m nun seine neusten Arbeiten, die sich mit Elementen der Architektur auseinandersetzen.

Das Bauhaus in Dessau, die Kapelle Notre-Dame-du-Haut von Le Corbusier in Ronchamp sowie eines der klassizistischen Gebäude im Londoner Stadtteil Belgravia sind die Orte die er mit seiner Kamera erfasst. Und dies geschieht bei Thomas Florschuetz auf eine Weise, in der seine Fotografie über die dokumentarische Wiedergabe des Gesehenen hinausführt.

Er erfasst die betreffende Situation bzw. das betreffende Gebäude in ausschnitthafter und exemplarischer Weise und extrahiert in seinen Bildern Chiffren der jeweiligen Architektur, die so zum Ausgangsmaterial in seinen Arbeiten werden.

Dieses Bildmaterial gruppiert Thomas Florschuetz zu ein-, zwei- oder mehrteiligen Kompositionen, die dann im Kontext des Ausstellungsortes, also der Galerie, zu einer vielschichtig erfahrbaren Arbeit werden. So bewegen sich die Aufnahmen vom Treppenhaus des Bauhauses in Dessau, die Fassaden, Wände und Säulen der Kapelle in Ronchamp oder der barocke Kronleuchter der Residenz des deutschen Botschafters in London auf dem schmalen Grad Indiz für den Ort einerseits und darüber hinausweisendes und abstrakt aufgefasstes Bild andererseits zu sein. Es pendelt zwischen Erkennbarem und Undurchschaubarem und es irritiert durch den Bruch mit dem Vertrauten.

Ein weiteres wesentliches Moment dieser Arbeit ist das Prinzip der Reihung bzw. Tableauartigen Anordnung von Motiven, die von nur leicht voneinander differenzierenden Standpunkten aus aufgenommen werden. Sie werden somit nicht nur aus dem vorhandenen Kontext herausgelöst und in einer neuen Komposition erfasst; sie treten so auch in einen vollkommen neuen Dialog mit dem Betrachter.