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Anders Petersen At Touching Distance
Christer Strömholm „Be Difficult“
26. Juli - 15. Oktober 2003
 
Die Galerie m zeigt gleichzeitig die Fotografien der beiden in Stockholm geborenen Fotografen Anders Petersen und Christer Strömholm. Christer Strömholm, 1918 geboren und 2002 verstorben, gehört zu den Altmeistern der skandinavischen Fotografie. Jenseits der gängigen sozialen Ästhetik, tauchen seine in den 50er und 60er Jahren entstanden Bilder in die Intimität, Subjektivität und in das Geheimnis des Lebens ein. Er begibt sich auf eine individuelle Suche nach der Wirklichkeit und erzählt von der Dynamik des Lebens, von Einsamkeit und Sehnsucht nach Nähe, von existentiellem Gefangensein und individueller Freiheit, von Sinnlichkeit aber auch von Schrecken und Tod. Es zieht ihn hin zu dem Leben außerhalb gesellschaftlicher Norm: in Vororte und Hafengebiete, zu den Transsexuellen von der Pariser Place Blanche.
Anfang der 60er Jahre beginnt er Bildgestaltung zu lehren und lässt die legendäre Fotoschule (Fotoskolan) Stockholm entstehen, die sich zu einem internationalen Anziehungspunkt und zur Ausbildungsstätte der besten Fotografen Skandinaviens entwickelt.

Einer dieser Fotografen ist Anders Petersen. 1944 geboren, beginnt er 1966 an der Fotoschule bei Christer Strömholm zu studieren. Auch seine Fotografien zeugen von einem intimen, direkten und ehrlichen Blick auf das Leben so wie es ist, im Schönen und Furchtsamen. Sie dringen unter eine Oberfläche von Sehnsüchten und Träumen, wirken wie der Einbruch des Irrealen in die alltägliche Realität. „Ich fotografiere nicht das, was ich sehe, sondern das, was ich fühle“, sagt Petersen.

Die Menschen in seinen Bildern sind Personen, die er kennt, die der mag, mit denen er sich identifizieren kann. Er braucht das Zusammentreffen mit Menschen, muss ihnen nahe sein. Jedes Bild sieht er als eine Art „Selbstportrait“. Seine intensiven schwarzweiß, manchmal sich in Grau- und Schwarztöne verlaufenden Fotografien, zeigen immer wieder Paare, eng umschlungen, tanzend, sich berührend oder küssend, tauchen ein in die Intimität menschlicher Beziehungen, in die Sehnsucht nach Nähe und die Schwere der Isolation.

Ende der 60er Jahre fotografiert er das Treiben der Kneipengänger im Hamburger „Café Lehmitz“, ist mitten in einem Mikrokosmos mit eigener Atmosphäre und Realität. Dieser frühesten Arbeit von Anders Petersen stellt die Ausstellung in der Galerie m Bochum das neueste, zwischen 2000 und 2002 entstandene Projekt „Close Distance“ gegenüber. Es versammelt in einer Art „photografischem Tagebuch“ Arbeiten aus verschiedenen Arbeitsphasen und zeugt von der Intensität und Unmittelbarkeit, mit der sich Anders Petersen auf die Wirklichkeit einlässt. Ebenso zu sehen ist die zwischen 1993 und 1996 in einer Stockholmer Psychiatrie entstandene Arbeit „ESPS“.