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Thomas Florschuetz


enclosure (Neues Museum) 17,
2009/2010, Diasec, 123 x 83 cm



o. T. (Valkyrie) 03, 2008, C-Print,
Diasec, 183 x 132,5 cm

Thomas Florschuetz | Gebäude und Gebilde

29. Oktober 2010 - 22. Januar 2011

Eröffnung am 29. Oktober von 18 bis 20 Uhr


Die Galerie m Bochum zeigt vom 29. Oktober 2010 bis zum 22. Januar 2011 Arbeiten von Thomas Florschuetz (*1957, Zwickau).

Die Ausstellung Gebäude und Gebilde konzentriert sich auf Werke der Serien Neues Museum, Palast, La Jolla, Brasilia und Jets. An den Titeln wird deutlich: Thomas Florschuetz beschäftigt sich mit prominenten Architekturen wie Oscar Niemeyers Bauten in Brasilien, Louis Kahns Salk Institute in La Jolla, dem von Chipperfield markant restaurierten Neuen Museum oder der Abbruchruine des Palasts der Republik in Berlin.
Seiner Faszination für klare Formen, wie Stahlträger, Säulen und Fensterrahmen, und seinem Gespür für die monumentalen Dimensionen seiner Motive trägt auch die Serie Jets Rechnung. Die großformatigen Arbeiten zeigen Ausschnitte ausrangierter militärischer Jets des Pima Air and Space Museums in Tucson, Arizona. Trotz ihrer nahsichtigen Frontalität, die den Bildraum fast gänzlich ausfüllt, sind die Volumina der Flugzeuge durch Fokus und Lichtführung nahezu greifbar.

Die monumentalen Arbeiten Thomas Florschuetz’ entstehen in Serien, in denen die Motive oft aus nur minimal voneinander abweichenden Perspektiven aufgenommen werden. Immer sind es Bruchstücke, die gezeigten Elemente sind angeschnitten, unvollständig und doch entwirft Florschuetz ausgewogene, harmonische Bilder, deren Fragmente stets im Dienst der Komposition stehen.
Überraschend sind die gegensätzlichen Seh-Erfahrungen. Einerseits ist es die irritierende Flächigkeit der Bilder, deren unterschiedliche Strukturen und Farben wie abstrakt komponiert zu sein scheinen. Doch wie in einem Vexierbild kippt die Wahrnehmung in die suggerierte Tiefenräumlichkeit der Fotografie. Die Raumflucht der dreiteiligen Arbeit Enclosure (Neues Museum) 11 entwickelt beispielsweise eine Sogwirkung, der sich niemand zu entziehen vermag. Allein schon die schiere Größe der Arbeit lässt sie physisch werden.
Thomas Florschuetz schafft in Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Motiv, ob eigener Körper, Orchideen, Architektur oder Flugzeuge, eindrucksvolle Bildwelten, die grafisch, physisch und planimetrisch wirken – mitunter auf allen drei Ebenen gleichzeitig.

Die Ausstellung zeigt einen Ausschnitt aus Florschuetz’ vielschichtigem Werk, das jüngst mit der umfassenden Werkschau Imperfekt (17.7.-26.9.2010) in der Kunsthalle Tübingen geehrt wurde, die ab dem 28. Januar im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern zu sehen sein wird. Zu der Ausstellung Imperfekt ist ein Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen, der auch über die Galerie bestellt werden kann.