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Simone Nieweg
Frühe Gartenhütten


Geräteschuppen Aluminium Lützlinden
2004



Taubenschlag Düsseldorf-Gerresheim
1986



Gartenhaus Teppichfliesen Meldorf
1986

Die Galerie m Bochum zeigt vom 7. September bis zum 22. Dezember 2017 eine Serie früher Fotografien von Simone Nieweg (*1962). Seit 1986 setzt sie sich mit Gärten, Feldern, Wäldern und Wiesenlandschaften auseinander. In ihrer nun dritten Einzelausstellung in der Galerie m sind vierzehn Fotografien, entstanden zwischen 1986 und 2004, zu sehen, in denen Simone Nieweg Hütten, Schuppen und Gartenkonstruktionen in den Blick nimmt. Simone Nieweg findet ihre Motive auf langen Streifzügen und Wanderungen durch Gärten und Felder, häufig um ihren Lebensmittelpunkt in Nordrhein-Westfalen herum. Die Aufnahmen der „Frühen Gartenhütten“ entstanden in der Nähe von Düsseldorf, aber auch in anderen Teilen Deutschlands, wie Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland.

In den Fotografien gehen die eigenwillig geschaffenen Bauprovisorien und die umliegende Natur teils gegensätzliche, teils miteinander verschränkte Beziehungen ein. In „Treibhaus mit Kürbis, Düsseldorf-Gerresheim“ verwächst die quadratisch hölzerne Konstruktion regelrecht mit den wuchernden Pflanzen. Im Gegensatz dazu wirkt der „Taubenschlag, Düsseldorf-Gerresheim“, mit seinen hell-grünen und orangefarben leuchtenden Holzverschlägen fast bizarr und scheint die umliegende spärlich-triste Vegetation in Farb-und Materialienvielfalt zu übertreffen.

Die Hütten, die von Wind und Wetter und von dem fortwährenden Bauen und Neukonstruieren durch Menschenhand gekennzeichnet sind, vereinen die Künstlichkeit und Härte industrieller Altmaterialien mit natürlichen und gewachsenen Strukturen. In dieser Bauweise und in der Anlage der Gärten wird spürbar, dass es sich hier um sorgfältig geplante und gestaltete Orte handelt.
Dies steht immer wieder im Kontrast zu dem Pragmatismus, der sich in den gesammelten Materialien der Hütten zeigt. Die Gegenstände, die hier teils zweckentfremdet zum Einsatz kommen, sind mitunter Übrigbleibsel aus anderen Bereichen des Lebens, beispielsweise des Arbeitsplatzes. Der Reiz der Fotografien liegt genau in diesem Aufeinandertreffen gepflegter Gärten einerseits und provisorischer Konstruktionen andererseits.
Simone Nieweg zeigt die Bauten in Kompositionen, die sich durch eine Klarheit der Strukturen, Linien und Farben auszeichnen. Dabei setzt die Fotografin die Gartenhütten zentral ins Bild und lässt sie so mit ihren Farben und der Struktur der verbauten Materialien als skulpturale Gebilde inmitten der Natur erscheinen.

Auch wenn es sich bei den Gartenhütten um eine frühe Serie Simone Niewegs handelt, hat das Thema für die Fotografin Aktualität. Sie bemerkt zunehmend ein Verschwinden dieser Gartenkonstruktionen und beginnt nun mit der Suche nach verbliebenen Hütten und ihrer Bewahrung in ihren Fotografien.

Alle Bilder der Serie Frühe Gartenhütten